Neulich habe ich mit meiner Kollegin Daniela Grimm-Roth gesprochen. Sie ist Stimm- und Sprechtrainerin. Wir haben uns gefragt, was konstruktives Miteinander besonders erschwert. Wir waren uns schnell einig: Glaubenssätze. Denn sie sind dafür verantwortlich, wie offen wir handeln. Und Sie haben mit unserem Fachgebiet zu tun – mit Sprache, die sich wiederum im Denken zeigt.

Was denke ich von mir und passt es (noch) zu mir?

Sind wir überzeugt von einer Charaktereigenschaft, hört sich das zum Beispiel so an:
„Wenn mich ein Mensch enttäuscht, ist er für immer bei mir unten durch. Da bin ich knallhart.“
Nun verhält sich ein Kollege vielleicht so, dass wir glauben, er wäre uns in den Rücken gefallen. Unsere Überzeugung, nicht verzeihen zu können, führt dazu, dass wir ihm keine Chance mehr geben. Wir würdigen ihn keines Blickes mehr, wir bleiben unserem Glaubenssatz treu. Dabei handeln wir möglicherweise gegen unsere Interessen.

Probieren wir es mit einem neuen Gedanken:
„Bisher habe ich immer zugemacht, wenn ein Menschen mich durch sein Verhalten enttäuscht hat. Vielleicht kann ich diesmal offen bleiben.“
Wenn wir unsere Handlungsspielräume weiten möchten, dürfen wir uns im Dialog mit uns selbst nicht beschränken.

 Tipps

  • Beobachten Sie, was Sie von sich selbst denken und wie es Ihr Verhalten beeinflusst.
  • Machen Sie eine kleine Liste mit 5 Glaubenssätzen und überprüfen Sie, ob Sie zu Ihnen passen. Vielleicht wollen Sie den einen oder anderen verändern?
  • Streichen Sie im Kopf das „So war ich schon immer“. Seien Sie lieber neugierig: Wie wollen Sie diesmal handeln?

Wir meinen: Handlungsfreiheit entsteht im Kopf. Durch die Art, was wir von uns denken. Und wie darüber reden – mit uns selbst und anderen.